Boxer Motor

Pferdeflüsterer mit viel PS

In seiner Werkstatt in Dotternhausen nimmt Christoph Schlagenhauf seit bald 30 Jahren alle Fabrikate auseinander. Besonders angetan haben es ihm Modelle der Ikone aus Zuffenhausen. Ein Besuch bei einem leidenschaftlichen Tüftler und Schrauber von Weltrang.

Es gibt Autos. Und es gibt Porsches. So könnte man Christoph Schlagenhaufs Philosophie sehr vereinfacht auf den Punkt bringen. Einen Steinwurf von Schloss Hohenzollern entfernt residiert der Fürst der Karosserien in einem ganz eigenen Prachtbau: zwei Werkstätten und zwei Verkaufsräume mit Dutzenden Porsche-Oldtimern im Industriegebiet von Dotternhausen. Ein Schatz für jeden Kenner. Von der B27 aus wirkt das alles durchaus unscheinbar – wären da nicht die zwei Worte seines Firmennamens. Die kennt man als Porsche-Fan in der ganzen Welt: Boxer Motor. Oldtimer-Restauration, individuelle Fahrzeugumbauten, Leistungssteigerung, Wartung, Reparatur, Verkauf: Bei Boxer Motor gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt.

Boxer Motor &
klassische Automobile GmbH

Robert-Koch-Str. 7-8,
72359 Dotternhausen

Tel.: +49 7427-9425911

Fax: +49 7427-9425920

E-Mail: info@boxermotor.de

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag: 7:30 – 18:00 Uhr

(Werkstatt bis 16:30 Uhr)

Samstag: 9:00 – 12:00 Uhr

Porsche-Kompetenz aus Leidenschaft

Schlagenhauf, seine Frau, drei seiner Kinder und sein großes Team aus über 30 hochspezialisierten Mitarbeitern in Werkstatt, Service und Verkauf erfüllen den Wunsch eines jeden Porsche-Fahrers. Und das so professionell, präzise und hochwertig, dass das Unternehmen längst weltweit bekannt ist. Aus ganz Deutschland kommen seine Kunden, aus Schweden, derzeit hat er sogar einen alten Porsche aus Neuseeland in seiner Werkstatt stehen. Auch einige Berühmtheiten geben ihre Fahrzeuge in die Hände von Schlagenhauf. Weil man seinen geliebten Porsche eben nicht irgendjemandem anvertrauen will. Sondern dem Richtigen. Einem, von dem man weiß: Der tickt genauso wie ich. Und das tut Christoph Schlagenhauf. »Höchste Qualität macht zufriedene Kunden«, weiß er. Und vor allem weiß er, worauf es bei dieser besonderen Marke ankommt. 

In einer Ecke in seiner Werkstatt liegt etwa ein betagter und zerlegter Spyder, eines von zahlreichen Projekten, denen er sich immer wieder widmet. Und im Grunde fing alles auch genau so an: mit einem Projekt. Schlagenhauf schraubte sein erstes Auto komplett auseinander und wieder zusammen, als er eigentlich noch gar nicht hätte fahren dürfen. Mit 16 Jahren. Als Autodidakt. »Hier gab es viele Feldwege«, schmunzelt er.

Vom VW-Porsche 914 zum eigenen Unternehmen

Schon damals hätte Schlagenhauf am liebsten einen Porsche gehabt – »Was denn sonst?«, fragt er mit einem erstaunten Grinsen. Aber das Geld reichte eben nicht für einen 911. Also macht er das, was damals viele machen: Er behilft sich mit einem VW-Porsche 914. »Die gab es damals schon für 500 Mark«, schmunzelt der Werkstattguru. Für Porsche-Fahrer ist natürlich kein Geheimnis, dass die 914-Modelle von Porsche und Volkswagen Ende der Sechzigerjahre in Personalunion gefertigt wurden, um den Zuffenhausener Autobauer auch mit einem Modell im Einstiegssegment zu etablieren.

Heute ist Christoph Schlagenhauf sehr froh über die damals nicht vorhandenen finanziellen Mittel. »All das, das Schrauben, das Zerlegen, das Verstehen, kam ja davon, dass ich nicht viel hatte und mit dem arbeiten musste, was ich mir leisten konnte.« Daraus entsteht ein profundes Verständnis von Motor, Getriebe, Bremssystem, Karosserie und Elektrik.

Vom Reparaturbetrieb zum Porsche-Spezialisten

Bekannt wurde Boxer Motor nicht ausschließlich durch aufwändige Porsche-Restaurationen. Den Grundstein legte das Unternehmen zunächst mit klassischen Reparaturen und Restaurationen. Später wurde das Leistungsportfolio um Umbauten für die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Behinderungen erweitert – ein Bereich, der das Profil von Boxer Motor nachhaltig prägte. Diese soziale Ader dürfte auch durch seine Ausbildung zum Krankenpfleger beeinflusst worden sein.

Nach und nach entwickelte sich das Unternehmen im neuen Jahrtausend zur Porsche-Werkstätte des Vertrauens. Und das mit der Marke, das war irgendwie auch Schicksal, wie der Meister selbst sagt: »In den Achtzigern mochte ich auch andere Marken, Opel GT fand ich total toll, Golf GTI auch. Triumph TR5. Irgendwas an der Marke Porsche hat mich aber immer mehr fasziniert – vielleicht ja auch, weil schon mein Vater bekennender Porsche-Fan war.«

Handwerk, Individualität und Werterhalt

Längst beschränkt sich die Arbeit nicht mehr nur auf klassische Modelle: Auch neuere Porsche-Fahrzeuge ohne Werksgarantie werden hier mit derselben Sorgfalt betreut. Heute sieht Christoph Schlagenhauf das als großes Glück, »weil niemand wissen konnte, wie sich diese Marke entwickelt und wie treu ihre Fahrer sein würden«. Ebenso treu sind sie Schlagenhauf und seinem Team.

»In unserer Werkstatt wird noch Karosseriebau von Grund auf geleistet«, weiß er. Das muss man lange suchen. Teilweise verbringen die Fahrzeuge ein ganzes Jahr bei ihm, bis sie wieder den Weg zurück zum Kunden finden. Dann sind sie oftmals nicht mehr wiederzuerkennen. Speziallackierungen, extravagante Innenausstattungen – der Kunde ist König und Schlagenhauf kann praktisch jeden Wunsch erfüllen. Selbst wenn Porsche-Reifen auf einen VW-Bus gezogen werden sollen.

Beim Rundgang durch die Werkstatt – hier wird an einem ausgebauten Motor gewerkelt, da fliegen die Funken, dort wird eine Karosserie geflext – erzählt Christoph Schlagenhauf eine Anekdote nach der anderen. Jede einzelne macht sehr deutlich, dass das hier für ihn so viel mehr ist als ein Beruf. Er könnte auch einfach nur Autos verkaufen. Aber das würde ihm nicht reichen.

Eine Marke, viele Geschichten

Er erzählt von legendären Rennen unter der schwedischen Mitternachtssonne, von sehr ungewöhnlichen Kundenwünschen, von persönlichen Herzensprojekten, von langwierigen Experimenten mit Lacken und Lösungsmitteln, von persönlichen Gesprächen mit Hans-Peter Porsche und Dr. Wolfgang Porsche. Schon in den 1980er-Jahren führte ihn sein Weg immer wieder nach Zuffenhausen; der persönliche Kontakt zur Familie entwickelte sich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt – im Zuge gemeinsamer Projekte rund um historische Porsche-Fahrzeuge und auch mit Blick auf die Ära von Ferry Porsche.

Alles ist verwoben mit seiner eigenen Geschichte und führt doch immer wieder zu einer Marke zurück: Porsche. Dafür schwört man auf ihn. Dafür kommen alle zu ihm – vom VW-Käfer-Fahrer bis zum Multimillionär. Ob als Ansprechpartner für An- und Verkauf, als Oldtimer-Restaurateur oder als Werkstattmeister. Als Experte für Backdating, also für einen Umbau in ein optisch älteres Modell.

Im Grunde umfasst so ein Arbeitstag von Christoph Schlagenhauf tausend verschiedene Dinge. Doch sein Herz schlägt eben doch für die Restaurierung. »Ich habe Spaß an alten Dingen«, meint er schulterzuckend, die Hände in den Taschen vergraben. »Und was ich nicht mag, ist unsere Wegwerfgesellschaft. Ich mag es, Dinge und Werte zu erhalten und freue mich darüber, wenn sie lange funktionieren. Früher war das beste Auto das, in dem alles neu war. Das hat sich heute gewandelt. Und darüber bin ich sehr froh.«

»Ich mag es, Dinge und Werte zu erhalten und freue mich darüber, wenn sie lang funktionieren.«

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Robert-Koch-Str. 7-8,
72359 Dotternhausen

Tel.: +49 7427-9425911

Fax: +49 7427-9425920

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Montag – Freitag: 7:30 – 18:00 Uhr

(Werkstatt bis 16:30 Uhr)

Samstag: 9:00 – 12:00 Uhr